Das Eyland in Glückstadt

Das Gästehaus Eyland ist im Herzen der Stadt Glückstadt an der Elbe angesiedelt, die von König Chrisitan IV von Dänemark gegründet worden ist. Folgend ein Überblick über die Stadtgeschichte

Historische Innenstadt

"Dat schall glücken un dat mutt glücken, un denn schall se ok Glückstadt heten!" Diese Worte soll Christian IV., König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein, gesprochen haben, als er sich entschloß, in dem unwirtlichen Gelände an der Rhinmündung eine Festungs- und Hafenstadt errichten zu lassen.

Im November 1615 war die "Wildnis" eingedeicht, und mit dem Bau der Festung und der Stadt konnte begonnen werden. Am 22. März 1617 fertigte der König die Gründungsurkunde aus und gab der Stadt den optimistischen Namen Glückstadt und die "Fortuna" als Wappen.

Diese Stadt sollte machtpolitisch Ausgangspunkt seiner Aktivitäten in Norddeutschland sein und wirtschaftspolitisch die Rolle Hamburgs im Handel an der Niederelbe übernehmen. Um Einwohner für die neue Stadt warb der König mit dem Versprechen der Religionsfreiheit bis hin nach Portugal. So bildeten neben Deutschen und Holländern die portugiesischen Juden die Grundbevölkerung der neu gegründeten Stadt.

Der Ausbau der Stadt, vor allem der Festungsanlagen, wurde ab 1620 mit enormen Personal- und Materialeinsatz vorangetrieben. Im 30-jährigen Krieg konnte Glückstadt als einzige Festung des Landes der Belagerung durch Wallensteins Truppen widerstehen.

In den Jahren 1644/45 wurden von hier die Schweden in Holstein erfolgreich bekämpft. 1649 wurde die Regierungskanzlei für Schleswig und Holstein hierher verlegt. Damit war Glückstadt die Hauptstadt des Landes, bis 1867 Schleswig-Holstein preußische Provinz wurde. Trotz dieser besonderen Position nahm Glückstadt in den nachfolgenden Jahrhunderten nicht die wirtschaftliche Entwicklung, die König-Christian-IV. vorgeschwebt hatte. So haben Militär und Regierung Glückstadt in seiner Geschichte mehr geprägt als Handel und Gewerbe.

Die damalige Existenzgrundlage der Glückstädter lag vor allem im Dienstleistungsbereich als "Herbergierer", Diener, kleine Handwerker, Krämer und Fährführer. Ein jedoch für lange Zeit bedeutender Erwerbszweig darf hier nicht fehlen: Glückstadt's Grönland-fahrer auf Wal- und Robbenfang. Von Glückstadt fuhren fast 200 Jahre - von 1671 bis 1863 - Walfangschiffe ins Nördliche Eismeer, um Wale und Robben zu fangen. An die 600 Ausfahrten hat Glückstadt aufzuweisen und neben Altona den größten Anteil an Schles-wig-Holsteins Gröndlandfahrt. In der Glanzzeit um 1818 besaß Glückstadt 17 Grönlandschiffe - Dreimaster und Briggs. Das gab ein wogendes Leben und Treiben, wenn die gesamte Grönlandflotte beisammen lag und sich dann bei einer durchschnittlichen Besatzung von 40 bis 50 Mann pro Schiff bis 800 Seeleute in Glückstadt aufhielten.

Der strategische Wert der Festung war im Laufe des Jahrhunderts fragwürdig geworden, und als sie der Belagerung durch die Gegner Napoleons in den Jahren 1813/14 nicht mehr widerstand, wurden 1815/16 die Festungsanlagen geschleift. Aber auch in dieser "schweren Zeit" blieb Glückstadt Sitz der Regierungsbehörden.Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß die Stadt 1845 an die Eisenbahnlinie Altona-Elmshorn-Kiel angeschlossen wurde, die ein Jahr früher gebaut worden war.

Nahezu drei Jahrhunderte verharrte die Stadt in den bereits vom Dänenkönig gezogenen Festungsgräben und Wällen. Erst nach dem 2. Weltkrieg dehnte Sie sich weiter aus. Diese Entwicklung wurde durch den Zustrom der Heimatvertriebenen seit 1945 ausgelöst und führte zur Verdopplung der Einwohnerzahl.

Der historische Stadtkern überstand die stürmische wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegsjahrzehnte fast unbeschadet. Der heutige, nicht zuletzt auf die wirtschaftliche Schwäche der Kommune zurückzuführende Zustand, verleiht dem historischen Bild der alten Festungsanlage den Rang eines Stadtdenkmals.

bearbeitete Quelle: www.rathaus-glueckstadt.de